Fantastische Rezensionen nach „Götterdämmerung“-Premiere

Für gewöhnlich setzen Rezensionen von Opernpremieren gerne bei der Regie an. Doch wenn die musikalischen Qualitäten einer Aufführung – übrigens auch deutlich ablesbar bei der Reaktion des Publikums – mehr in den Bann ziehen als der Rest, lohnt es den Spieß umzudrehen. So auch im Falle des „Dritten Tages“ vom „Der Ring des Nibelungen“ an der Deutschen Oper am Rhein, der unter der musikalischen Leitung Axel Kobers ein Fest wagnerschen Klangzaubers wurde.
GMD Kober legte an diesem Tag emphatisch erneut seine Visitenkarte als über jeden Zweifel erhabener Wagner-Dirigent ab. Die musikalische Dimension von Wagners Götterdämmerung lebt vor allem von einem Gespür für die dem Werk inhärenten Szenenwechsel, den Untertönen, Übergängen und vor allem einem zeitgleich dichten und kraftvollen Klang. Und sinisterer Düsternis, vor allem wenn der Albensohn Hagen die Szenerie dominiert. Die Düsseldorfer Premiere vereinte das Beste der Aufführungstradition. Kobers aufmerksames Dirigat loderte kraftvoll und unbestechlich, wie etwa der Böhm-Ring, war agil und durchhörbar wie seinerzeit Boulez, untrüglich emotional wie Solti. Derartige Vergleiche hinken, doch treffen sie hier den Kern. Kober und die Düsseldorfer Symphoniker knüpfen an und würzen Wagner mit untrüglichem Gespür. Packend ihr Siegfrieds Trauermarsch oder Hagens Wacht.

Christian Oscar Gazsi Laki
Westdeutsche Zeitung

Unbedingt muss man Axel Kober erwähnen, den Generalmusikdirektor, einen sehr sehr Wagner-erfahrenen Dirigenten und ich glaube, man merkt auch am Schluss dieser langen Reise,[…] da ist eine große Homogenität eine große Klangfülle und eine wunderbare Disziplin miteinander. Also das habe ich fast am meisten bewundert, dass Axel Kober diese großen Klangmassen entfesselt, aber auch ganz schnell wieder zurückhalten und eindämmen kann, um den Sängern auf der Bühne dann Gehör zu geben. Das ist wahrscheinlich das größte Problem was man mit dieser gewaltigen Musik erleben kann, dass das Orchester alle platt macht und man im Grunde, Nichts mehr von der Geschichte erleben kann. Diese Gefahr wird glänzend vermieden und dafür wird man beschenkt mit sehr viel wunderbar vollem spätromantischem Orchesterzauber.

Ulrike Gondorf
WDR5

Reden wir also von den Sängern und vom Orchester. Letzteres führte Axel Kober besonders in den Zwischenspielen mit energischem symphonischen Gestaltungswillen. Im Trauermarsch hörte man ein Ziehen und Dehnen und nicht nur den repräsentativen Bombast des Blechs. Den Übergang von der Nornenszene zu Brünnhildes Ausruf „Zu neuen Taten“ gestaltete er langsam und nachsinnend, Siegfrieds Rheinfahrt im genau abgestimmten Mezzoforte, fröhlichhüpfend artikuliert wie Kammermusik und immer wieder die Hornrufe mit Nah- und Fernwirkungen ein räumliches Panorama entfalteten.

WDR3

Die Düsseldorfer Symphoniker unter dem sehr umsichtig koordinierenden und anfeuernden Axel Kober zeigen ein ums andere Mal, wo bei Wagner der Hammer hängt: in den wogenden symphonischen Verläufen, in den bleckenden Kommentaren aus dem Gebiss der Gefährlichkeit, doch auch in der intimen Atmosphäre aus Angst und gespenstischen Ahnungen. 

Wolfram Goertz
Rheinische Post

Die Musik dazu hingegen kocht auf großer Flamme. Axel Kober lässt sie glühen, achtet zugleich auf die Differenzierung der Wagner’schen Klangfarben, der Dirigent erweist sich als Sängerbegleiter mit sensiblem Feintuning, ist emotional und, wo es sein muss, zupackend. 

Bernhard Hartmann
General-Anzeiger

This does not apply to the musical side. The Düsseldorf Symphony Orchestra under Axel Kober does a lot of good. Power and snappy aggression are just as convincing as pale threats and chamber-musical timbres in Wagner’s leitmotif cosmos.

Markus Schwering
Kölner Stadt-Anzeiger

The music to it, on the other hand, cooks on a high flame. Axel Kober lets it glow, while at the same time paying attention to the differentiation of Wagnerian timbres. The conductor proves to be a singer’s accompanist with sensitive fine tuning, is emotional and, where necessary, gripping. 

Bernhard Hartmann
General-Anzeiger-Bonn

It hits a pretty good, always captivating, „narrative“ tone, less symphonic but more flexibly reacting to the scene, never fat, yet grippingly dramatic and cuttingly sharp when it counts. What happens on stage finds its counterpart in the orchestra pit – and vice versa. There the ring closes on a musically remarkable level.

Stefan Schmöe
omm.de

In addition to a transparent, homogeneous choir, the Düsseldorf Symphony Orchestra under the direction of Axel Kober once again shone with its exciting, differentiated and expressive design.

Ursula Decker-Bönniger
Klassik.com

In the course of the Düsseldorf „Ring“ Axel Kober has increasingly distinguished himself as a Wagner exegete of distinction. The Bayreuth-experienced Rheinoper-GMD is not a structure-obsessed analyst. But he has mastered Wagner’s unique art of transition. He celebrates it with due verve. No wonder that the premiere audience is overflowing with ovations for him and his orchestra.

Bernd Aulich
Recklinghäuser Zeitung

Musically, the entire Ring is in any case a force with which the Oper am Rhein scores. General musician Axel Kober presents a grandiose finale here with a lot of deep brass. Enthusiastic applause for him as soon as he stands in front of his Düsseldorf Symphony Orchestra in the pit. Also for the singers after each act. And then the never ending applause at the end! Standing ovations! Again special applause for Kober.

Sabine Weber
Klassikfavori.de

The fact that the evening will be such a musical event is certainly thanks to Düsseldorf’s GMD Axel Kober. He confidently guides his orchestra through all passages of Wagnerian music, and the Düsseldorf Symphony Orchestra and their boss begin a stirring, highly musical ride through Wagner’s score. Everything is actually right here […]. Balanced tempi, lyrical subtleties in contrast to the monstrousness of the score: this is how Wagner must sound.

Sebastian Jacobs
Der Opernfreund